Im Interview: stellv. Chefredakteurin & BAF Absolventin Janine Adelberg

Foto: David-Pierce Brill

Foto: © David-Pierce Brill

Von der BAF Absolventin zur Chefredakteurin. Die Powerfrau Janine Adelberg ist nicht nur passionierte Journalistin, sondern auch liebevolle Mutter und als wäre das nicht schon genug, ist Janine seit 1. April 2020 auch noch stellvertretende Chefredakteurin bei 17:30 SAT.1 Bayern.

Vor 16 Jahren war Janine Studentin an der BAF. Was seither passierte, wie ihr Weg war, welche Herausforderungen es dabei gab und was sie gerne angehenden Medienschaffenden mitgeben möchte, lest ihr in ihrem Interview.

Was und wann hast Du an der BAF studiert?

Ich habe 2003/2004 den Studiengang TV-Journalismus absolviert.

Wie verlief für Dich der Einstieg in die Berufswelt nach Abschluss der BAF?

Da ich während des Studiums an der BAF auch die Videojournalismus-Seminare belegt habe, verlief der Einstieg sehr unkompliziert. Ich habe direkt nach dem Studium bei uns, also 17:30 SAT1 Bayern ein VJ-Volontariat gemacht. Fragen, Drehen, Schneiden — der Journalist als quasi „eierlegende Wollmilchsau“. Vor 16 Jahren haben die TV-Redaktionen genau danach gesucht.

Welche Parallelen gab es zwischen dem Curriculum an der BAF und dem Redaktionsalltag?

Das Studium war sehr praxisnah. Durch das Umsetzen verschiedenster Beiträge, – von der NIF, über einen Magazin-Beitrag bis zur längeren Reportage, war viel dabei. Außerdem wurden wir von den Dozenten, die aus den unterschiedlichsten Redaktionen kamen, begleitet und angeleitet. Einen Sendeschluss galt es auch hier einzuhalten. Insbesondere bei der praktischen Abschlussprüfung.

Was hat Dir im Job später noch gefehlt?

Nach 16 Jahren ist das schwer zu sagen und rückblickend gibt es nichts, was ich vermisst habe. Außerdem kann ein Studium, so praxisnah es auch ist, zwar vorbereiten, aber durchsetzen und behaupten, muss man sich im Job dann alleine.

Mit welchen Skills konntest Du besonders punkten?

Ich denke mit meinem Teamgeist, Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Begeisterungsfähigkeit. Und die Dinge auf den Punkt zu bringen, immer nah am Zuschauer zu sein.

Was waren Deine beruflichen Stationen seit der BAF bis heute?

Ich bin 17:30 SAT1 Bayern seit fast 16 Jahren treu. Erst als Volontärin und Redakteurin, seit 2012 als Chefin vom Dienst und seit April 2020 als stellvertretende Chefredakteurin.

In wie weit hat die BAF Deinen Werdegang beeinflusst?

Ich hatte mich kurz nach dem Abitur schon an der BAF beworben, allerdings bin ich nicht beim ersten Mal (damals war ich 19 Jahre alt) aufgenommen worden. Der damalige Leiter der BAF, Dr. Ulrich Berls, empfahl mir, Praktika in der Medienbranche zu machen, älter und reifer zu werden… Ich habe dann ein Jahr lang beim Münchner Merkur, der Bild-Zeitung, Radio Energy und RTL geschnuppert. Ich war anschließend gut vorbereitet für die BAF, reicher an vielen Erfahrungen und mir sicher, in die Fernsehbranche zu wollen!

Mit welchen Herausforderungen wurdest Du auf Deinem Weg konfrontiert?

Die größte Herausforderung ist es, die Themen so zu gestalten und zu platzieren, dass sich der Zuschauer abgeholt fühlt. Das ist jeden Tag aufs Neue herausfordernd und spannend. Nicht einfach nur „draufhalten“, die Themen und Geschichten müssen heutzutage mehr denn je erklärt und hinterfragt werden. Einerseits werden die Menschen kritischer, aber auch durch Social Media und „Fake News“ unsicherer. Da haben alle Medienschaffende eine unglaublich verantwortungsvolle Aufgabe. Und da in mir, wie in den meisten Journalisten, eine natürliche Sensationsgier steckt, muss auch ich mich immer wieder bremsen, durchatmen und sachlich bleiben.

Welcher Rückschlag war für Dich rückblickend ein eigentlicher Erfolg?

Da ich damals nicht auf Anhieb auf der BAF angenommen wurde, war das für mich im ersten Moment ein Rückschlag. Durch die Erfahrungen, die ich dann aber sammeln konnte, war die Zeit umso wertvoller. Auch war die Geburt meines ersten Kindes beruflich gesehen im ersten Moment ein Rückschlag. Ich war Ende 20 – also stand ich vor der Entscheidung: Karriere ankurbeln, oder Familie gründen. Zum Glück habe ich mich für die Familie entschieden. Denn nur 8 Wochen nach der Geburt, also in der Elternzeit habe ich die Beförderung zur Chefin vom Dienst erhalten. Man kann also auch als frischgewordene Mutter Karriere machen.

Welchen Rat möchtest du angehenden Journalist*Innen mitgeben?

Ihr angehenden Journalist/innen bringt heute viel mit. Ihr seid digital fit, habt vielleicht eigene YouTube-Kanäle und könnt euch ausprobieren. Gleichbleibend wichtig ist ein gutes Gespür für Themen und eine genaue Recherche – das journalistische Handwerkszeug, das ihr an der BAF lernt. Insofern seid ihr gut gerüstet in die Welt der Millionen Hashtags auch als Journalisten zu starten! Was ihr braucht sind gute Nerven, Neugier, und Selbstvertrauen! Seid leistungsfähig, kritisch und euch eurer Verantwortung stets bewusst!

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Wir wünschen Dir, liebe Janine ganz viel Erfolg und nur das Beste in Deiner neuen Position. Wir sind sehr stolz auf Dich! 

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